Jetzt erst recht – Wolfgang Kalecks leidenschaftliches Plädoyer für das Völkerrecht: Die Welt ist aus den Fugen: Das Völkerrecht scheint obsolet, eine internationale Krise jagt die nächste, und das Ende des regelbasierten Miteinanders ist da. Wie also weiter machen? Indem wir noch mehr auf das Völkerrecht setzen und uns noch mehr für Menschenrechte einsetzen – sagt der Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck aus tiefster Überzeugung. Gerade in dieser Umbruchssituation, in der wir uns befinden, brauche es eine Vision. Und die liefert er in seinem neuen Buch: "Die Stärke des Rechts vs. Das Recht des Stärkeren". Er erinnert an die Erfolge des Völkerrechts, allem zum Trotze, und setzt auf Weiterentwicklung und Fortschritt. "ttt" über ein erstaunliches und mutmachendes Plädoyer. / Normale Umstrukturierung? Kritik an der Reform des Förderprogramms "Demokratie leben": Man könnte es für eine normale Revision der Förderpraxis halten – oder ein weiteres bedrohliches Moment für die Zivilgesellschaft. Zu den Fakten: Bundesministerin Karin Prien (CDU) stoppt vorübergehend die weitere Geldvergabe für das Programm "Demokratie leben" und will neue Förderrichtlinien erarbeiten. Gegründet wurde das Programm 2014 zur Stärkung der Demokratie und Prävention gegen Extremismus vor dem Hintergrund der NSU-Prozesse. Die Ministerin will künftig die sogenannte "stille Mitte" der Gesellschaft erreichen, ebenso wie "Regelstrukturen" fördern, also Feuerwehren, Sportvereine und Bibliotheken, außerdem vermehrt in den ländlichen Raum blicken. So weit so gut. Doch es gibt Widerstand: Für Teile der zivilrechtlichen Infrastruktur könnte der geplante Umbau des Programms das Ende bedeuten, langfristige Projekte wie etwa der "Kooperationsverbund gegen Antisemitismus" hätten keine Planungssicherheit mehr und würden de facto gestoppt. "ttt" spricht eben darüber mit Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne Frank und Bettina Martin (SPD), Bildungsministerin in Mecklenburg-Vorpommern. Sie kritisiert die geplante Umstrukturierung ausdrücklich, warnt vor einer weiteren Verunsicherung der Akteure. / Der MP3-Player als Tor zur Welt – Das Projekt "Bildung ohne Bücher": Sie selbst hat über Bücher, die ihr andere Welten zeigten, ihren Weg gefunden. Und eben das möchte sie jetzt anderen ermöglichen: Sadaf Zahedi. Geboren in Afghanistan, aufgewachsen in Bremen, in einer Familie, in der Kontrolle und Gewalt den Alltag prägten, kämpft sie sich davon frei, in ein selbstbestimmtes Leben. Jetzt möchte sie ihre Erfahrungen weitergeben. Vor Ort in Afghanistan, aber nicht nur da: mit ihrem Projekt "Bildung ohne Bücher". Dabei werden Lerninhalte und Geschichten auf einen solarbetriebenen MP3-Player gesprochen – für Kinder ohne Zugang zu Schule und Bildung. Dabei geht es nicht nur um reine Wissensvermittlung, sondern auch menschliche Werte. "ttt" war dabei, als Sadaf Zahedi die ersten 400 Geräte in Afghanistan verteilt hat. / Eine Million Blumen – Ausstellungen von Rebecca Louise Law in Schleswig-Holstein: Es ist ein Kunst-Großereignis: Mit "State of Nature" zeigt die britische Künstlerin Rebecca Louise Law gleich an drei Orten in Schleswig-Holstein ihre raumgreifenden Werke aus getrockneten Blüten. Auf Schloss Gottorf ist eine gigantische Installation aus einer Million getrockneten Blumen zu sehen: sinnlich, poetisch und überwältigend! Im Freilichtmuseum Molfsee wächst mit "The Field" ein monumentales Feld aus Hafer und Blumen von der Decke. Und das Jüdische Museum Rendsburg zeigt Kunst aus Getreide-Ähren. Dabei geht es Rebecca Louise Law um die Wertschätzung eines jeden einzelnen Halms, jeder Blume – und das Zusammenspiel nicht nur in der Natur. Ihr geht es auch um unser Zusammenleben. Für ihre Kunst haben viele Freiwillige im Vorfeld über Monate mitgeholfen, die Pflanzen zu trocknen und aufzufädeln. "ttt" über ein besonderes Zusammenspiel von Natur und Kunst.