Videoinstallation über Deutschlands Teilung zum 65. Jahrestag des Mauerbaus Wenn man heutige Schüler fragt, wer die Mauer gebaut hat - Hitler, Adenauer oder Honecker - dann macht sich Unsicherheit breit. Vor 65 Jahren wurde die Mauer errichtet, ein Zeitzeugenprojekt unter 65-Jährigen aber zeigt, wie präsent nicht nur die Zeit nach 1961 ist, sondern wie dieser Einschnitt in der Geschichte der Deutschen bis heute fortwirkt. Und wie intensiv und unterschiedlich die Emotionen, die mit all dem verbunden sind, bis heute präsent sind. Wissenschaftler der Universität Tübingen haben zusammen mit mehreren Gedenkstätten ein Oral-History-Projekt realisiert, in dem Menschen aus West- und Ost-Deutschland befragt wurden, die alle eins verbindet: Sie wurden 1961 geboren. Das ist aber auch im Wesentlichen schon alles an Gemeinsamkeiten. Die Lebensläufe, die Einstellungen, die Erfahrungen bis hin zur heutigen Sicht auf Vergangenheit und Gegenwart unterscheiden sich fundamental. Willy Brandts Spruch vom November 1989, dass nun zusammenwachse, was zusammengehöre, scheint sich nicht zu erfüllen. Die Mauer hat ihre Absicht, Deutschland zu teilen, nicht verfehlt. Zu sehen ist diese Installation im Museum Gedenkstätte Bautzen. "artour" hat mit den Machern des Projektes gesprochen. Auf der Suche nach der Wut in Deutschland Zum fünften Mal fährt der Journalist und Grimme-Preisträger Matthias Schmidt durchs Land, um mit ganz unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen. "Wut. Hüben wie drüben" heißt der Film, der zwar einen lauten Titel hat, aber dennoch einen ruhigen Ton anschlägt. Und das auch dann, wenn Streitereien ganz offen ausgetragen werden, wie in der Dübener Heide, wo eine Bürgerinitiative gegen die Ansiedelung eines Windparks kämpft. Ungewöhnlich umgänglich gibt sich der für seine Streitlust bekannte Verleger Holger Friedrich, Herausgeber der neuen "Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung". Das "Drüben" ist diesmal Heilbronn, die kleine, aber reiche Stadt in Baden-Württemberg. Auch hier ist vieles im Umbruch, die Automobilindustrie steckt in der Krise. Sind die Gründe für die Wut der Menschen in Ost und West vielleicht ähnlicher, als viele annehmen? "artour" spricht mit Matthias Schmidt über seinen Film, der am 20. August um 20:15 Uhr im MDR Fernsehen zu sehen ist. Moritzburg Festival und die Moritzburg Festival Akademie Es ist eines der renommiertesten Kammermusikfestivals weltweit - das Moritzburg Festival, 1993 gegründet vom Cellisten Jan Vogler, seinem Bruder, dem Violinisten Kai Vogler und dem Cellisten Peter Bruns. Unter der künstlerischen Leitung Jan Voglers versteht es sich als experimentelles Labor und Exzellenzstätte zugleich. Solisten der internationalen Musikszene und herausragende Nachwuchskünstler aus aller Welt treffen sich alljährlich im August im idyllischen Moritzburg bei Dresden. Ein fester Bestandteil ist außerdem seit 2006 die Nachwuchsförderung durch die Moritzburg Festival Akademie. Über ein ausgeschriebenes Verfahren werden sich auch dieses Jahr 41 Nachwuchstalente aus 17 Nationen voller Elan zu gemeinsamen Proben unter der Leitung Jan Voglers und seiner Frau Mira Wang zusammenfinden. Im Rahmen des Moritzburg Festivals und auf Tour haben die jungen Musiker die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Viele von den Nachwuchstalenten vergangener Jahre wurden Weltstars. "artour" stellt das Festival und seine Nachwuchstalente vor. Gefühle für einen Chatbot? Beeindruckender Dokumentarfilm über KI "Finding Connection" - eine Verbindung finden - so heißt der Dokumentarfilm von Florian Karner, der vier Menschen begleitet, die emotionale Beziehungen mit KI-Chatbots führen. Es sind Menschen, die enttäuscht wurden, die ihr Vertrauen verloren haben, die auf der Suche nach tiefer Verbundenheit sind. Trost finden sie ausgerechnet in KI-Companion-Apps: in Gesprächen mit virtuellen Partnern, die Nähe und Einfühlsamkeit simulieren. In seinem Langfilm-Debüt ist Nachwuchsregisseur Florian Karner zurückhaltend und sensibel mit der Kamera dabei, wenn Denise aus den USA, Rudi aus England und Steffi und Joe aus Deutschland ihre Erlebnisse, Sorgen und Sehnsüchte mit ihren digitalen Partnern teilen. Was bedeutet es, wenn ausgerechnet Maschinen zu den verlässlichsten Zuhörern werden, scheinbar verstehen und trösten? Ein beeindruckender Film, der viel über Einsamkeit in unserer Gesellschaft erzählt und am 13. August ins Kino kommt.