MDR

artour

Kultur, Magazin • 30.07.2026 • 21:15 - 21:45
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Originaltitel
artour - Das Kulturmagazin des MDR
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
Dokumentarfilm "Insekten - Helden im Verborgenen": Sie räumen Kot weg und kompostieren unsere Abfälle. Ohne sie gäbe es keinen Honig und keine Blumen. Doch wir nehmen sie selten wahr, und wenn, sind sie lästig. Sie krabbeln, stechen und rauben unseren Schlaf. Mit mehr als einer Million Arten gehören Insekten zur artenreichsten Tierklasse der Welt. Was sind das genau für Wesen, die mit ihren sechs Beinen und einem Körper aus Chitin im Verborgenen leben? Durch die industrielle Landwirtschaft haben viele Insekten heute kaum noch eine Chance. Weltweit ist inzwischen fast die Hälfte aller Arten vom Aussterben bedroht. Ein jetzt in den Kinos laufender Dokumentarfilm von Nepomuk Pfaff mit der Stimme von Katharina Thalbach will unseren Blick für die faszinierenden Kerbtiere weiten. "Insekten - Helden im Verborgenen" dringt in den Mikrokosmos der Insekten vor und erforscht mithilfe eindrucksvoller Nah-Aufnahmen, welchen Anteil sie bei der Entstehung der Welt hatten. So viel sei gewiss: Ohne Insekten würde unsere Welt ziemlich grau aussehen. Zwei Ausstellungen zum Jubiläum: 50 Jahre Wohngebiet Leipzig-Grünau: Am 1. Juni 1976 wird der Grundstein für Leipzig Grünau gelegt, eine der größten Plattenbau-Siedlungen der DDR. Heute feiert sie 50-jähriges Jubiläum. Fünf Jahrzehnte geprägt von Wandel und Veränderungen. "Schlammhausen" wird das riesige Baustellen-Areal von seinen Bewohnern anfangs liebevoll genannt. Zu DDR-Zeiten steht Grünau für Aufbau, Gemeinschaft und Traumwohnungen. Aber nach der Wende flüchten viele. Massiver Wohnungsleerstand und Abriss sind die Folge. In den 90er und 00er Jahren entwickelt sich Grünau zum sozialen Brennpunkt, wird Zentrum für Drogen, Rechte Gewalt, Armut. Der Ort zieht nun vor allem Bewohner mit niedrigem Einkommen und geringem Bildungsstand an. Inzwischen geht es wieder leicht aufwärts mit dem Stadtteil. Die Infrastruktur verbessert sich, Neubauprojekte entstehen, die Einwohnerzahl nimmt langsam wieder zu. Heute bewegt sich Grünau irgendwo zwischen Altlasten und Zukunftspotential. Zwei Ausstellungen schauen zurück auf die Entstehung der Siedlung, das Leben darin und die persönlichen Geschichten von Bewohnern - für die Grünau vor allem eines ist: Heimat. Buch "Die Jugend malt wieder Hakenkreuze": von Manuela Müller In ihrem Buch "Die Jugend malt wieder Hakenkreuze - Von der Radikalisierung einer Generation" untersucht die Journalistin Manuela Müller, die in Zwickau lebt und arbeitet, warum in ihrer unmittelbaren Umgebung so viele junge Menschen nach rechts abrutschen und rechtsextreme Symbole und Einstellungen wieder sichtbarer werden. Sie spricht mit Jugendlichen, Wissenschaftlern, Lehrern, Polizisten und Eltern und beschreibt, wie die Suche nach Identität, Zugehörigkeit und Anerkennung junge Menschen anfällig für rechtsextreme Angebote machen kann. Müller verbindet persönliche Erfahrungen mit fundierter Recherche und schildert ihre Heimat aus der Perspektive einer Lokaljournalistin. Das Buch zeigt, dass Radikalisierung oft schleichend beginnt und sich zunächst in Sprache, Symbolen und Alltagskultur ausdrückt. Das kann sie anschaulich mit konkreten Beispielen aus der unmittelbaren Nachbarschaft schildern, beispielsweise beim Simson-Treffen in Zwickau, wo das Zeigen von Hitlergrüßen inzwischen zur Partykultur zu gehören scheinen und kaum noch Widerspruch hervorruft. Ihre Perspektive sei die des Beobachtens, so Manuela Müller im Gespräch mit "artour", nicht die des Analytischen. Sie möchte den Menschen ins Leben schauen. Applaus, Applaus - 30 Jahre Sportfreunde Stiller" Zunächst einmal waren sie nicht weniger als die freundlichste Band des Landes. Mit Hand auf dem Herz und dem Reim-Lexikon. Und dann waren sie plötzlich Fußballsong-Weltmeister. Und immer noch freundlich. "Applaus, Applaus / Für deine Worte / Mein Herz geht auf / Wenn du lachst." Die Sportfreunde Stiller. Das ist ein schiefer Reim, der die Welt gerade rückt. Ein einziges Beugen und Strecken von Wortspielen im Dienste der Menschenfreundlichkeit. Die Band, der Udo Jürgens einst riet: "Keine Angst vorm Pathos!" Und tatsächlich: Die Sportfreunde hatten nie Angst vor großen Gefühlen. "'54, '74, '90, 2006". Ein Fußballlied, das viel mehr von Hoffnung erzählt. "Wellenreiten" war 1999 der erste Hit. Und eigentlich versuchen die Sportfreunde seitdem immer wieder dasselbe: das Gefühl eines Sommers ins Unendliche zu verlängern. 30 Jahre Sportfreunde Stiller. Für eine Großraummünchner Schrammelband mit Endreim-Fetisch sind sie erstaunlich weit gekommen. Sie sind die vielleicht einzige deutsche Band, die es wirklich gut mit uns meint. Happy Birthday, Sportfreunde Stiller.