"Vier machen Blau" im Feininger-Museum Das schöne Quedlinburg ist mit seiner mehr als tausendjährigen Geschichte Weltkulturerbe - doch jetzt wird dort ein jüngeres bemerkenswertes Jubiläum gefeiert. Das einzige Lyonel-Feininger-Museum der Welt wird 40 Jahre alt. Der Quedlinburger Hermann Klumpp hatte die Werke seines Freundes vom Bauhaus vor der NS-Vernichtung als "entartet" gerettet und in seiner Wohnung aufbewahrt. Zwar gab es nach Feiningers und dem Tod seiner Frau Julia gerichtliche Auseinandersetzungen mit den Erben und erfolgten Versuche der DDR, sich wichtige Werke anzueignen, doch war es dieser von Hermann Klumpp gerettete Schatz, der den Grundbestand der 1986 eröffneten "Feininger-Galerie" bildete. Dort, nach Erweiterung ein kleines Museum, wird das Jubiläum mit einer prächtigen Sonderausstellung begangen. Die Gruppe "Die Blaue Vier" war eine Verbindung der Künstler Feininger, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Zusammengebracht hat sie die Malerin und Managerin Galka Scheyer - im Grunde, um sie ab Mitte der 1920er Jahre in den USA bekannt zu machen. Vier mal poetischer, ironischer, verspielter und abstrakter Expressionismus in Quedlinburg. Kufiyas in Buchenwald Unterstützt die deutsche Regierung einen Völkermord? Kann das israelische Vorgehen gegen die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen mit dem Holocaust verglichen werden? Ja, behaupten die Aktivisten der Kampagne "Kufiyas in Buchenwald". Sie wollen deshalb am 12. April, dem Gedenktag der Befreiung des Lagers, in der Gedenkstätte demonstrieren. Jens-Christian Wagner, der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, bewertet die Kampagne als antisemitische Relativierung des Holocausts. Die Aktivisten würden versuchen, den Ort und den besonderen Tag für ihr Anliegen zu vereinnahmen. Levi Salomon vom "Jüdischen Forum" kennt das Netzwerk genau, welches hinter der Kampagne steht. Es sind Menschen, die sich selbst als Antizionisten bezeichnen und das Existenzrecht des Staates Israel leugnen, so Levi Salomon. Wir sprechen mit Jens-Christian Wagner von der Gedenkstätte Buchenwald und Levi Salomon vom "Jüdischen Forum" über einen Angriff auf die Erinnerungskultur vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts. Monika Maron "Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig - Tagebücher 1980-2021" Ihre Tagebücher waren nie für die Veröffentlichung geschrieben, nur zur Selbstverständigung und Erinnerung. Und sie war entschlossen, sie vor ihrem Tod zu verbrennen. Doch bei der Recherche für einen Roman, kramte sie in ihren Notizen vergangener Jahre. Und empfand sie beim Wiederlesen als gar nicht so peinlich, wie sie vermutet hatte, und dass sie als "Spiegel der Zeit" auch für mehr Leute interessant sein könnten als nur für sie. In den Tagebüchern findet sich wenig Privates. Es geht vor allem um ihr Reisejahr 1983/84, als sie sich die Genehmigung erkämpft hatte, ein Jahr die DDR verlassen zu dürfen. Sie reist nach London, Rom, Paris und New York, aber immer allein, mit wenig Geld, meistens untergebracht bei Freunden von Freunden. Ihre letzten Tagebucheintragungen handeln von ihrem Zerwürfnis mit dem S. Fischer Verlag, der sich 2020 von seiner langjährigen Autorin trennte. "artour" hat die Monika Maron zum Interview in ihrer Berliner Wohnung getroffen. Der Klangsucher Alexej Gerassimez Der Multipercussionist Alexej Gerassimez begreift die Welt als einen einzigen, großen Klangkörper. Und baut schonmal Wasserflaschen und neuseeländische Ampeln in seine Kompositionen ein. Sein aktuelles Album heißt "Black Mountain". Kulturkalender - Ausstellung im Angermuseum Erfurt: "Dem Himmel so nah. Wolken in der Kunst", bis 26.07.2026 - Opernpremiere in Halle: "Das Spielwerk und die Prinzessin" von Franz Schreker, Premiere am 11.04.2026 - Filmfest Dresden, 14. bis 19.04.2026