Am 3. November wählen die Amerikaner das Repräsentantenhaus neu und ein Drittel des Senats. US-Präsident Donald Trump steht zwar nicht direkt zur Wahl, die Kongresswahlen sind aber immer eine Art "Zwischenzeugnis" für einen amerikanischen Präsidenten. Sollten z. B. die Demokraten im Repräsentantenhaus die Mehrheit erzielen, bekäme Trump eine ernstzunehmende politische Opposition. Der "Weltspiegel" berichtet kurz vor den Kongresswahlen live aus Washington, mit Reportagen, Analysen und Gesprächen, u. a. mit der Studioleiterin des ARD-Studios in DC, Gudrun Engel. - Roadmovie Route 66: "It's the economy, stupid" Wie sehen die Amerikanerinnen und Amerikaner ihre wirtschaftliche Lage? Energiekrise, erneut wieder höhere Inflationsrate und der Irankrieg. Entscheidet das Thema die Wahlen mit? "It's the economy, stupid" - ein berühmter Wahlkampfslogan, den ein Stratege für Bill Clintons Präsidentschaftskampagne 1992 prägte. Wie kommen die US-Bürger wirtschaftlich über die Runden? Sarah Schmidt fuhr über die legendäre Route 66, sammelte Stimmen und Stimmungen ein vom jungen Ballonfahrer bis hin zum Trucker. (Sarah Schmidt, ARD Washington) - Zwischen Wut und Hoffnung - der Wahlkampf der Demokraten Hauptsache, Trump ist irgendwann Geschichte - darin sind sich die Demokraten in ihrem Wahlkampf einig. Doch danach wird es auch schon schwieriger mit der gemeinsamen Vision. Die Bandbreite an politischen Ideen scheint so groß zu sein wie das Land. Der "Weltspiegel" wagt eine Nahaufnahme im Bundesstaat Colorado: Da sind beispielsweise vor allem junge Anhänger, die sich Sozialisten nennen und viel Wut auf die ältere Generation haben. Ihre Kandidatin Melat Kiros will eine Krankenversicherung für alle und den Einfluss der Reichen auf den Wahlkampf stoppen. Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich beispielsweise Veteranen und Angehörigen des Militärs, die sich bei den Republikanern nicht mehr vertreten fühlen und sich den Demokraten zuwenden, wie Eileen Laubacher, die über 30 Jahre bei der Navy war. In den letzten Tagen des Wahlkampfes beobachten wir im Bundesstaat Colorado drei demokratische Kandidaten, die ihre Wahlkreise gewinnen wollen, um die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückzuerobern. (Isabel Schayani, WDR Köln) - ICE und Migration Die US-Einwanderungsbehörde ICE verzeichnete im Sommer mit fast 50.000 Festnahmen in nur einem Monat einen Höchststand. Gudrun Engel reiste noch einmal nach Minneapolis. Hier waren Anfang des Jahres zwei Menschen von Beamten der Einwanderungsbehörde erschossen worden. Ein Wendepunkt im ganzen Land. Hier in der Stadt hat niemand vergessen, was passiert ist. (Gudrun Engel, ARD Washington) - Trump und Europa - immer noch Verbündete? Das Verhältnis ist angespannt. Jahrzehntelang bildeten die USA und Europa eine enge Partnerschaft - verbunden durch gemeinsame Werte, das Verteidigungsbündnis NATO und tiefe Handelsbeziehungen. Doch was ist davon noch übriggeblieben? Donald Trump ist mit der EU in einem harten Handelskonflikt. Bei der Unterstützung der Ukraine taten sich zuletzt wieder tiefe Risse auf. Eine Analyse einer brüchigen Beziehung. (Christian Feld, ARD Brüssel) - GenZ : Run auf Kirchen Pater Jonah Teller in New York hat ein Problem, von dem andere Kirchen träumen: In St. Joseph's fehlt der Platz für all die jungen Leute, die sonntags zu seinem Gottesdienst strömen. "Die Menschen suchen nach Stabilität", sagt der junge Pater in der weißen Kutte, "die Kirche bietet das. Uns gibt's seit 2000 Jahren, lange vor TikTok, wir werden auch nach TikTok noch da sein." Seit Covid erleben viele Kirchen einen Boom. Und wie im Gotteshaus im New Yorker West Village sind es vor allem junge Menschen. Sie suchen Gemeinschaft und Hoffnung in einer Zeit der politischen Instabilität und Zerrissenheit in den Vereinigten Staaten. (Marion Schmickler, ARD New York) Der "Weltspiegel" live aus DC, u. a. im Gespräch mit ARD-Studioleiterin Gudrun Engel. Was steht bei den Midterms für US-Präsident Trump auf dem Spiel? Außerdem ein Interview mit Michael Werz, Senior Fellow Council on Foreign Relations, über das Verhältnis von Europa und den USA. Wie blickt Europa auf die Kongresswahlen?