arte

Schrecklich schöne Bausünden

Info, Architektur • 30.11.2025 • 09:20 - 09:45 heute
Türme, die bis ins Universum ragen und gigantische Baukomplexe aus Stahl und Beton – wie viel Größenwahn steckt hinter mancher Architektur?
Vergrößern
Pariser Weltausstellung, 1889: Der Ingenieur Gustave Eiffel, ein Spezialist für Stahlkonstruktionen und Brückenbauten, errichtet den bis dahin höchsten Turm der Menschheitsgeschichte.
Vergrößern
Der „Koloss von Rügen“ in Prora wurde 1936 bis 1939 von den Nationalsozialisten gebaut, blieb jedoch unvollendet. 20.000 Menschen sollten dort gleichzeitig Urlaub machen können.
Vergrößern
Größenwahn strebt nicht nur in die Höhe, er kann sich auch in die Länge ziehen: Der „Koloss von Rügen“ in Prora erstreckt sich über fünf Kilometer und galt als das längste Gebäude der Welt.
Vergrößern
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Info, Architektur
Selbst ein Bauwerk wie der Pariser Eiffelturm, der seinerzeit mit seinen über 300 Metern nicht nur einen unvorstellbaren Höhenrekord brach, sondern auch als Bausünde galt, setzte einen neuen, skandalösen Akzent im Pariser Stadtbild. Savin Yeatman-Eiffel, der Ururenkel von Gustave Eiffel, zeigt, wie der Turm seither nicht nur seinen Kritikern, sondern auch allen Angriffen von Wind und Wetter erfolgreich trotzt. Vom biblischen Turmbau zu Babel, der im wahrsten Sinne des Wortes eine Bausünde war, über Megaskulpturen bis hin zu den schwindelerregenden Hochhausprojekten der Gegenwart stellt die Dokumentation auch die Frage nach dem Sinn solcher Konstruktionen. Warum bauen wir immer höher? Dabei strebt der architektonische Größenwahn nicht nur in die Höhe, sondern manchmal auch in die Länge: Der "Koloss von Rügen" erstreckt sich über knapp fünf Kilometer und galt als längstes Gebäude der Welt. Die Nationalsozialisten errichteten ihn in Prora als "Kraft durch Freude"-Seebad. Bis zu 20.000 Menschen sollten hier gleichzeitig Urlaub machen können. Heute befinden sich Luxuswohnungen in der Anlage: eine gigantomanische Architektur, die Aufsehen erregt und zugleich befremdet.