Natur + Reisen, Tourismus
Bristow, die unbekannte Schöne Im beschaulichen Bristow in der Mecklenburgischen Schweiz hat Familie McBride vor zehn Jahren ein verfallenes Gutsverwalterhaus zu neuem Leben erweckt. Shawn McBride, Sohn des weltberühmten Fotografen Will McBride, bewahrt hier das riesige Archiv seines Vaters mit 350.000 Negativen und ebenso vielen Dias: Zeugnisse von Begegnungen mit Romy Schneider, Konrad Adenauer oder Willy Brandt. Aus dem belgischen Antwerpen in die mecklenburgische Weite gezogen, verbindet die Familie heute Ruhe, Handwerk und große Geschichte an einem Ort. Reporter unterwegs: Drechselmeisterin In Hannover gibt Drechselmeisterin Iris Meinhard seit über 20 Jahren Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene mit höchstens drei Teilnehmenden, damit sie jedem genau über die Schulter schauen kann. Wer noch nie an einer Drechselbank gestanden hat, merkt schnell: Hinter dem scheinbar einfachen Handwerk stecken Technik, Gefühl und vor allem Geduld. Schritt für Schritt geht es vom ersten "Schruppen" an Buchen- und Kiefernholz bis zu sauberen Profilen; Übung für Übung, Stunde um Stunde. Abfischen Im Naturschutzgebiet Riddagshausen bei Braunschweig wird seit rund 900 Jahren Fischzucht betrieben. Eine Tradition, die einst von Zisterziensermönchen begründet wurde und bis heute lebendig ist. Seit 43 Jahren kümmert sich Familie Lübbe um die jährliche Karpfenernte in den naturnahen Teichen, die zugleich wertvoller Lebensraum für über 1000 Tier- und Pflanzenarten sind. Mit viel Handarbeit, Geduld und echtem Gespür für die Natur verbinden sie althergebrachtes Fischereihandwerk mit modernem Naturschutz. Automuseum und Audiophile Bar Thomas König, der Betreiber des Automuseums PROTOTYP, hat eine neue Bar für Audiophile gleich unterhalb des Museums eröffnet. Vorbild für seine Listening-Bar SLOMO sind die Jazz Kissa in Japan. Es geht darum, bewusst Musik zu hören, die von der Schallplatte kommt und auf sehr hochwertigen Hi-Fi-Anlagen abgespielt wird, kuratiert von DJs. Thomas König legt auch selbst auf und hat sich sogar einen kleinen Zen-Garten geschaffen. Trauerausstellung Sterben, Verlust und Trauer gehören zum Leben und werden trotzdem oft aus dem Alltag ausgeblendet. Die Ausstellung "Wer bin ich, dank dir? - Trauer (er)leben im 21. Jahrhundert" in der Kunsthalle Rostock fragt danach, wie Beziehungen, Erinnerungen und Verlusterfahrungen die Identität prägen. Persönliche Geschichten, Fotografien, Erinnerungsobjekte und interaktive Stationen eröffnen dabei unterschiedliche Perspektiven auf Abschied und Trauer. So entsteht ein berührender Erfahrungsraum, der sich einem häufig tabuisierten Thema öffnet und zugleich den Blick auf Erinnerung, Verbundenheit und das Leben richtet. Theatermacher Thomas Gisiger Abseits der großen Theaterbühnen hat der Schweizer Thomas Gisiger mit Die 2te Heimat im historischen Phoenixhof einen besonderen Ort geschaffen. Er verbindet Theater und Kulinarik zu einem außergewöhnlichen Erlebnis: Thomas Gisiger kreiert alles selbst. Er schreibt oft nicht nur die Stücke, steht selbst auf der Bühne, gestaltet die Kulissen, sondern kocht und serviert auch noch Dinner für die Theaterbesucher. Kultur-Tipp: Sonderausstellung über die Pferdestadt Elmshorn Mehr als 150 Jahre lang prägten Pferde das Stadtbild von Elmshorn: als Arbeitstiere im Straßenverkehr, in der Landwirtschaft und sogar beim Transport schwerer Industriegüter, lange bevor Lkw und Traktor ihren Siegeszug antraten. Das Industriemuseum der Stadt widmet den Vierbeinern nun eine Sonderausstellung und zeigt, wie eng Elmshorns Geschichte mit der berühmten Holsteiner Pferdezucht und bekannten Reitern verbunden ist. Hundehotel (Krummsee bei Malente) Mit Hund entspannt zu verreisen, ist oft gar nicht so einfach: Viele Hotels verlangen Leinenzwang. Und bellende Vierbeiner sorgen schnell für Ärger mit anderen Gästen. Auf dem Hof Immenhagen mitten in der Holsteinischen Schweiz ist das anders. Hier sind Hunde ausdrücklich willkommen und vieles ist ganz auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten, von Agility- und Hoopers-Plätzen bis zur praktischen Hundedusche. Besonders gefragt ist der Hof rund um Silvester, denn Knallen mit Feuerwerkskörpern und Raketen zünden ist hier strikt verboten. Nachtwächter in Mölln und Ratzeburg Manchmal muss man gar nicht weit reisen, um die eigene Umgebung neu zu entdecken. Beim Nachtwächter-Austausch zwischen Mölln und Ratzeburg erkunden Einheimische ihre Nachbarstadt mit frischem Blick und erfahren dabei Geschichten, von denen sie selbst noch nie gehört haben. Da geht es um eine Jägertochter, die sich im Dunkeln verirrte, eine tödliche Falle unter einem Gästebett oder die historischen Salzhäfen beider Städte. Am Ende kehren alle mit ganz neuen Eindrücken zurück - mitten vor der eigenen Haustür.