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Mehr als Musik - Die Kraft der Chöre

Kultur, Kunst + Kultur • 23.01.2026 • 12:20 - 13:05
Michael (Mitte 2.v.r.) ist aus dem Irak nach Deutschland geflohen hier in Mannheim hat er im "IG Pop Thekenchor" eine neue Heimat gefunden.
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Gudrun dirigiert mit Energie und Herz. Sie hält den Seniorenchor der Volkssolidarität Chemnitz zusammen – musikalisch wie menschlich.
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Der Seniorenchor tritt beim Kulturkirchenfest in Chemnitz auf – mit Liedern über Hoffnung, Heimat und Zusammenhalt.
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Der ukrainische Kinderchor "Color Music" probt in Braunschweig. Kinder, die aus der Heimat fliehen mussten, finden hier durch Musik neuen Halt und Lebensfreude.
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Originaltitel
Mehr als Musik - Die Kraft der Chöre
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Kultur, Kunst + Kultur
Vier Chöre, vier Welten: Kinder nach der Flucht, Senioren mit Lebenslust, Gospel voller Energie, Pop aus der Kneipe. Während vieles auseinanderdriftet, schenken Chöre Halt und Hoffnung. In Braunschweig singen Kinder, die vor Krieg geflohen sind. In Mannheim lebt der Thekenchor Inklusion. In Mainz verbindet Gospel Menschen über Glaubensgrenzen hinweg. Und in Chemnitz hält ein Chor älterer Menschen Gemeinschaft lebendig, die sonst verloren ginge. Als Elena mit ihrer Familie aus der Ukraine flieht, hat sie nur eines im Gepäck: Musik. Heute leitet sie in Braunschweig einen Chor für geflüchtete Kinder - einen Ort, an dem wieder gelacht und geträumt wird. Doch wie lange lässt sich das Gefühl von Sicherheit halten, wenn die Zukunft ungewiss bleibt? In Mannheim trifft sich der Thekenchor dort, wo andere den Tag ausklingen lassen. Keine Notenblätter, keine steifen Regeln - dafür Lachen, Biergläser, Popmusik. Gründer David will zeigen, dass Singen gelebte Demokratie und Inklusion sein kann: laut, offen, für alle. Aber wie politisch kann ein Chor sein, der vor allem Spaß machen will? In Mainz bringt Chorleiter Collins Nyandeje mit seinem Gospelchor eine ganze Kirche zum Schwingen. Für ihn ist Musik Glaubenspraxis - und Begegnung auf Augenhöhe. Kai, Alexandra und Paul singen mit jeder aus einem anderen Grund: Hoffnung, Glaube, Erinnerung. Doch was hält diese Gemeinschaft zusammen, wenn Glaube unterschiedlich gelebt wird? Und in Chemnitz ist der Montag heilig: Chortag. Für Gisela und Gudrun ist das Singen mehr als Zeitvertreib - es strukturiert ihren Alltag. Hier entstehen Freundschaften, manchmal sogar Liebe - wie zwischen Heidi und Claus, die sich im Chor kennenlernen. Aber was passiert, wenn die Stimmen älter werden und das Leben leiser? In einer Zeit der Zersplitterung und schwindendem Zusammenhalt kann Musik etwas Besonderes leisten und erreichen. Vor allem ein Chor, der mehr ist als die Summe seiner Teile. In ihrer Feiertagsreportage geht Autorin Henrike diesen Fragen nach: Welche Kraft liegt in gemeinsamer Musik und in einem Chor? Wie kann ein Chor auch psychologisch und politisch zum Kraftspender werden? Und wie können sich Chöre positiv auf unsere Gesellschaft auswirken?