ARD

Gefährliche Apps - Im Netz der Datenhändler

Info, Recht + Kriminalität • 08.04.2026 • 01:50 - 02:35
Die Zentrale von Wetter Online: Die App teilte zeitweise Nutzerdaten mit mehr als 800 Firmen. Mittlerweile erklärt das Unternehmen, man habe den Datenabfluss gestoppt.
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Ob die Fahrt mit dem Schulbus oder die tägliche Runde mit dem Hund: Die Bewegungen der Schülerin Emma lassen sich über Handy-Standortdaten präzise nachvollziehen.
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Durch kommerziell erhältliche Standortdaten lassen sich sogar die Bewegungen von Personen nachverfolgen, die am BND-Standort in Bad Aibling ein- und ausgehen.
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Auch die Bewegungen hochrangiger Beamter der EU-Kommission finden sich im Datensatz wieder.
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Originaltitel
Ausspioniert per App
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Recht + Kriminalität
Was viele Smartphone-Nutzer wissen: Die Apps auf ihren Handys sammeln detaillierte Standortdaten. Was den meisten jedoch nicht bewusst ist: Die Informationen landen oft in einem undurchsichtigen, weltweiten Netzwerk aus Datenhändlern und Werbefirmen. Es geht um vermeintlich anonyme Daten, die aber Wohnorte und Arbeitsplätze offenbaren - bis hin zu Bordellbesuchen oder Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken. Dieser Film zeigt, wie leicht ahnungslose Nutzer ins Visier von Stalkern, Kriminellen oder Geheimdiensten geraten können. Er macht deutlich, wie harmlos erscheinende Apps zum Sicherheitsrisiko werden - für Regierungen und selbst für Soldaten im Krieg. Grundlage dieser ARD Story ist eine der bislang größten Recherchen dieser Art: Ein Team aus Bayerischem Rundfunk, netzpolitik.org, Le Monde und weiteren Partnermedien hat rund zehn Milliarden Standortdaten ausgewertet. Eine Spurensuche, die um die halbe Welt führt. Zu einer ägyptischen Exiljournalistin in Berlin, die bedroht wird. Nach Brüssel, wo hochrangige Mitarbeiter der EU-Kommission betroffen sind. Nach Washington, wo Politiker ein Sicherheitsrisiko für US-Agenten in Europa sehen. Oder an die ukrainische Front, wo Soldaten in den Datensätzen ihre eigenen Stellungen wiedererkennen. Schließlich führt die Recherche zu einem Händler in Florida, der die Standortdaten deutscher und französischer Smartphone-Nutzer verkauft hat. So entsteht ein Film, der deutlich macht, welch immense Risiken dieses Milliardengeschäft mit sich bringt - auch für Menschen in der Europäischen Union mit ihren vermeintlich strengen Datenschutzregeln.