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Das Pappmaché-Imperium

Info, Wirtschaft + Konsum • 17.02.2026 • 09:50 - 10:20
Der stilisierte Familienname „Adt“ am ehemaligen Fabrikgebäude in Ensheim
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Möbel aus Pappmache – Vergangenheit und Zukunft?
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Ein kunstvoll verziertes Büchlein mit den Initialen von Jean Baptiste Adt
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Auch Spielzeug produzierte die Adts aus Pappmaché.
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Originaltitel
Das Pappmaché-Imperium - Wie Familie Adt aus Ensheim die Welt eroberte
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Wirtschaft + Konsum
/ SR Nicht erst seit der Plastikmüllflut rücken nachhaltige Werkstoffe in den Fokus - auch Pappe und recyceltes Papier. Im Saarland haben Möbel aus Pappmaché lange Tradition: Bis in die 1950er Jahre produzierte die Firma Adt daraus Gebrauchsgegenstände und opulente, schwarz lackierte Möbel mit bunten Einlegearbeiten aus Perlmutt, Schildplatt, Elfenbein, Silber oder Gold - sogar Klaviere. Bis zum Ersten Weltkrieg beherrschten die Gebrüder Adt mit ihren Firmen in Ensheim, Forbach und Pont-à-Mousson den Weltmarkt. Mit Erfindungen wie Bakelit, einem der ersten Kunststoffe, wurde Pappmaché als Werkstoff allmählich abgelöst. In den 1950er Jahren war der Niedergang des Pappmaché-Imperiums dann nicht mehr aufzuhalten. Die Firma Adt für eine Reihe saarländischer Unternehmen und Produkte, die den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland nicht überlebt haben. Heute werden wieder Möbel aus Wellpappe gefertigt und an der TU Dresden wird erforscht, wie Möbel aus reiner Zellulose hergestellt werden können.