(1) Afrika: Safaris und gute Geschäfte Der Tierschutz in Afrika, so gut er sich auf den ersten Blick darstellt, ist ein Problem für die Völker der Ureinwohner: Der Zugang zu Wäldern und Flüssen wird ihnen in den neuen Naturschutzgebieten systematisch verwehrt. Umweltschützer und Verteidiger der Ureinwohner prangern deshalb einen neuen "grünen Kolonialismus" an, eine kommerzielle und militarisierte Verwaltung der Natur. Darin eingeschlossen der neue Trend des Verkaufs von Emissionsgutschriften. In Ruanda, Kongo-Brazzaville und Kenia trafen ARTE-Reporter Völker, die heute als Bedrohung für die Natur wahrgenommen werden, obwohl ihre Vorfahren jahrhundertelang mit wilden Tieren zusammenlebten und sie sich bis heute von Kleinwild und wildem Honig oder von der Milch und dem Fleisch ihrer Rinder ernähren. Naturschützer klagen, dass der Westen Lektionen in Sachen Naturschutz erteile, nachdem die Kolonialherren die wilden Tiere Afrikas dezimierten … (2) Indien: Leben bei über 50 Grad In Indien gab es schon immer heiße Sommer, aber in den letzten Jahren wurden extreme Hitzewellen häufiger, intensiver und sie kamen immer früher im Jahr, so dass einige Wissenschaftler nun schon von einer "Winterhitze" sprechen. In den nördlichen Ebenen, die regelmäßig von verheerenden heißen Staubstürmen heimgesucht werden, müssen die Bauern mit ansehen, wie ihre Tiere verdursten oder in der Hitze kollabieren. Im Westen, im Bundesstaat Gujarat, wo die Quecksilbersäule regelmäßig Höchstwerte erreicht, streichen die Bewohner der Armenviertel die Dächer ihrer Häuser weiß, um die Hitze abzuwehren. Hunderte Menschen starben an Hitzestress, und ein Krankenhaus in Neu-Delhi öffnete eine Notfallstation für Hitzekranke. "Indien brennt", alarmiert Chandra Bhushan, einer der führenden indischen Umweltexperten, während die Nasa schätzt, dass einige Regionen Indiens bis 2050 unbewohnbar werden könnten. Mit 18 Prozent der Weltbevölkerung, aber nur vier Prozent Wasserressourcen, steht Indien unter akutem Wasserstress. Laut Regierungsdaten leiden mehr als 800 Millionen Menschen im Land unter Wassermangel.